Der Kapazitätsabgleich über mehrere Projekte ist im Mittelstand eine Fingerübung: fünf Vorhaben, ein Pool, eine Ansicht. Die Frage ist, ob dasselbe Verfahren trägt, wenn aus fünf Projekten zwölf werden und aus ein paar hundert Vorgängen mehr als viertausend.
Das Beispiel ist ein Anlagenbauer mit zwölf Kundenprojekten in einem Portfolio — 6.134 Elemente, 4.263 Vorgänge, fünfzehn Qualifikationen.
Ein Projekt#

Bild 1 von 3 — Der Maßstabsvergleich beginnt hier: ein Kundenprojekt mit 650 Elementen, eine Zeile je Qualifikation — und die Spalte Unterdeckung bleibt an jeder leer. Für sich genommen ist die Prozessanlage machbar; im Diagramm bleibt der Bedarf unter der Kapazitätslinie von 8. Das Bild danach zeigt dieselbe Ansicht für zwölf solcher Projekte.
Zwölf Projekte#

Bild 2 von 3 — Zwölf Großprojekte auf einem Stamm — und die Rechnung läuft in derselben Ansicht wie bei fünf Projekten eines Mittelständlers: eine Zeile je Qualifikation, Auslastung, Aufwand, Unterdeckung. Was hier zu sehen ist, ist bewusst kein machbarer Plan; der Beispielbestand ist gestaucht, damit er handlich bleibt, und deshalb steht in jeder der fünfzehn Zeilen eine Unterdeckung — von −8,75 bei der Dokumentation bis −325,5 in der Apparatekonstruktion. Die Aussage des Bildes ist die Größenordnung: 4.263 Vorgänge, und die Ansicht rechnet sie in derselben Zeit wie ein Projekt mit dreißig.
Wer den Überzug trägt#

Bild 3 von 3 — Eine Ebene tiefer steht, wer den Überzug verursacht — und die Antwort ist dieselbe wie in jedem Portfolio: nicht einer allein. Die Montage der Rohrleitungen fordert 636,88 Personentage und meldet −148,88 (23 Prozent); darunter teilen sich sechs Projekte diese Summe. Das größte ist die Prozessanlage PPA-400 mit 135 — gut ein Fünftel —, das kleinste die Stoffaufbereitung Papierfabrik Ostwald mit 62. Wer eines davon streicht, hat den Überzug nicht behoben.
Das ist der Grund, warum die Frage nicht im Projekt zu beantworten ist. Kein einzelnes Vorhaben ist zu groß; erst ihre Summe übersteigt, was die Rohrleitungsmontage hergibt. Eine Kürzung müsste deshalb über alle sechs verhandelt werden — oder die Kapazität muss steigen.
| Rohrleitungsplanung | ein Projekt | zwölf Projekte |
|---|---|---|
| Aufwand | 139,88 PT | 724,38 PT |
| Unterdeckung | — | −290 (40 %) |
| Zeilen in der Ansicht | 15 | 15 |
| Bedienung | dieselbe | dieselbe |
Was gleich bleibt und was nicht#
Gleich bleibt das Verfahren. Es gibt keine gesonderte „Großkundenansicht": Struktur, Spalten und Kennzahlen sind dieselben wie im Beispiel Mittelstand. Wer das eine bedienen kann, kann auch das andere.
Nicht gleich bleibt die Antwortzeit. Ein Portfolio dieser Größe braucht zum Öffnen deutlich länger als ein Einzelprojekt — im Beispiel gut eine halbe Minute. Das ist der ehrliche Preis der Größe, und er fällt einmal an, nicht bei jedem Klick.
Ein Wort zur Ehrlichkeit dieses Beispiels#
Der gezeigte Bestand ist kein machbarer Plan. Die Projekte sind gegenüber ihren Vorlagen zeitlich gestaucht, damit das Paket handlich bleibt; deshalb steht im Portfoliobild in jeder Qualifikationszeile eine Unterdeckung. Das Einzelprojekt darüber zeigt, dass das nicht an der Planung liegt: Für sich genommen passt es. Wer wissen will, wie ein Engpass aussieht, den man auflösen kann, sieht ihn im Mittelstandsbeispiel oder beim IT-Dienstleister.
Wie sich dieselben zwölf Projekte im Balkenplan darstellen, steht auf Portfolio im Großkundenmaßstab. Wie Rillsoft Project Sammelprojekte und Portfolios führt, steht auf der Produktseite zum Multiprojektmanagement in der Rillsoft Cloud. Zurück zur Übersicht Anlagenbau.