Die meisten Bauunternehmen planen ihre Projekte und wundern sich, warum die Kolonnen trotzdem nie reichen. Der Grund steht selten im Plan: das Tagesgeschäft. Laufende Baustellen, Kleinaufträge, Gewährleistung — Arbeit ohne Projektnummer, die jeden Tag dieselben Leute bindet.
Das Beispiel ist ein Bauunternehmen mit 120 Personen in sieben Kolonnen. Neben vier Projekten läuft ein fünftes Vorhaben, das keines ist: „Laufende Baustellen" — Mauer-, Beton- und Putzarbeiten als Daueraufträge.
Die Grundlast allein#

Bild 1 von 2 — Das Tagesgeschäft eines Bauunternehmens ist kein Projekt mit Anfang und Ende, sondern eine Grundlast: Daueraufträge, die jeden Tag Kolonnen binden — 912 Personentage in einem Vierteljahr. Aufgeklappt steht darunter, woraus sie besteht, und darunter die Maurer mit ihren Urlaubstagen. Die Spalte Unterdeckung bleibt leer, und genau das ist die Aussage: Der Normalbetrieb geht auf. Aber er bindet 16 der rund 29 Maurer an jedem Arbeitstag — und was übrig bleibt, ist der ganze Raum, in den jedes Projekt hineinmuss.
16 Maurer gebunden, +13 frei. Das ist keine Spitze, sondern der Normalzustand: An jedem Arbeitstag des Quartals steht dieselbe Zahl. Nichts davon fehlt — aber mehr als die Hälfte der Kolonne ist vergeben, bevor auch nur ein Projekt begonnen hat.
Und mit allen Projekten#

Bild 2 von 2 — Dieselbe Qualifikation, derselbe Zeitraum — jetzt mit allen fünf Vorhaben des Unternehmens. Dazugekommen sind zwei Vorgänge der Schwimmhallen-Modernisierung, zusammen 54 Personentage. Das ist die eigentliche Nachricht des Bildpaars: Die Projekte machen den kleineren Teil aus, die Grundlast den größeren. Wer nur Projekte plant, plant an neun Zehnteln der Arbeit vorbei.
| nur Grundlast | alle fünf Vorhaben | |
|---|---|---|
| Aufwand Maurer | 912 PT | 966 PT |
| gebunden je Tag | 16 | 19 |
| freie Reserve je Tag | +13 | +10 |
| Anteil der Projekte | — | 54 PT, knapp 6 % |
Die unbequeme Zahl#
Die Projekte, über die in den Besprechungen geredet wird, machen knapp sechs Prozent des Maurerbedarfs aus. Der Rest ist Tagesgeschäft. Wer eine Auftragsannahme gegen die freie Kapazität rechnet, ohne die Grundlast im Bestand zu führen, rechnet gegen 29 Maurer statt gegen die 13, die wirklich übrig sind — und wundert sich später, warum die Kolonne fehlt.
Die Konsequenz ist nicht mehr Planungsaufwand, sondern eine einmalige Ehrlichkeit: Das Tagesgeschäft gehört als Vorhaben in den Bestand, mit realistischem Umfang. Danach rechnet der Kapazitätsabgleich, was tatsächlich übrig ist.
Wie derselbe Gedanke in einer Fertigung aussieht, steht auf Grundlast und Restkapazität. Wie Rillsoft Project Kapazitäten rechnet, steht auf der Produktseite zur Kapazitätsplanung in der Rillsoft Cloud. Zurück zur Übersicht Bauwesen.