„Wer kann das machen?" ist eine Frage mit drei Bedingungen: die richtige Qualifikation, Zeit im fraglichen Zeitraum, und ein Kostensatz, den das Budget trägt. Alle drei stehen im Ressourcenpool — man muss sie nur an der richtigen Stelle zusammenführen.
Das Beispiel ist die Besetzung von Sprint 2 des ERP-Projekts: 45 Personentage auf 15 Arbeitstage, also drei Entwickler gleichzeitig.
Vorher: der Sprint ist besetzt#

Bild 1 von 4 — Der Anfang der Geschichte, und die Lage, in der ein Projekt sein soll. „Sprint 2 Nebenbücher und Zahlläufe" läuft vom 1. bis 21. Dezember, und in der Spalte Personal stehen drei Namen: Keating, Raimund; McCarthy, Gernhard; VandeGraaff, Clemens. Von hier aus wird gleich einer der drei fehlen.
Die Lage: eine Stelle ist offen#

Bild 2 von 4 — Der Ausgangspunkt jeder Besetzungsfrage: eine offene Stelle. Der Sprint ist mit drei Backend-Entwicklern geplant und hat zwei — die Bilanz links sagt −15, und das sind keine Prozente, sondern Personentage: genau die 15, die der dritte beitragen sollte. Genau in dieser Lage wird die Kandidatenliste gebraucht, und nicht vorher.
Die Entscheidung: einer aus neun#

Bild 3 von 4 — Und so wird die Lücke geschlossen. Der Filter meldet neun Kandidaten der Qualifikation Backend; ausgewählt ist „Donnelly, Gandolf" — womit die Bilanz wieder auf 0 steht und der Aufwand auf 45 Personentagen. Was die Auswahl trägt, steht in den Spalten: „Andich, Radulf" wäre auch qualifiziert, steht aber auf 53 statt 100, weil er in diesen drei Wochen Urlaub hat. Und Donnelly kostet 80 Euro je Stunde, vier mehr als Keating. Die Liste entscheidet nicht — sie legt offen, was die Entscheidung kostet.
Nachher: der Termin steht#

Bild 4 von 4 — Dieselbe Ansicht wie am Anfang, dieselben Spalten, dasselbe Fenster — und der Beleg dafür, dass die Geschichte gut ausging. In der Spalte Personal stehen wieder drei Namen; wo eben McCarthy, Gernhard stand, steht jetzt Donnelly, Gandolf. Die Termine sind dieselben: 1. bis 21. Dezember. Der Ausfall hat den Termin nicht gekostet.
Das ist der ganze Bogen in vier Bildern: Ereignis, Diagnose, Entscheidung, Beleg. Die beiden äußeren zeigen dieselbe Ansicht, damit man sie übereinanderlegen kann; die beiden inneren zeigen den Dialog, in dem entschieden wird.
Was in der Liste steht — und warum#
| Spalte | Was sie sagt | Im Beispiel |
|---|---|---|
| Bilanz | wie viel der Qualifikation fehlt | −15 Personentage, danach 0 |
| Bereitschaft | was die Person im Zeitraum einbringen kann | Andich: 53 statt 100 (Urlaub) |
| Verfügbarkeit | was von ihrem Limit noch frei ist | 100 bei allen Kandidaten |
| Kostensatz | was ihre Stunde kostet | 76 bis 80 Euro |
Die Liste führt nicht alle 30 Personen des Pools auf, sondern die neun mit der Qualifikation Backend. Wer im Zeitraum Urlaub hat, verschwindet nicht — er steht mit einer kleineren Bereitschaft da. Das ist der Unterschied zwischen „nicht verfügbar" und „teilweise verfügbar", und er entscheidet, ob man jemanden einplant oder nicht.
Was die Liste nicht tut#
Sie entscheidet nicht. Unter neun gleich qualifizierten Entwicklern die Wahl zu treffen — nach Erfahrung, nach Einarbeitung, nach Kosten — bleibt eine Führungsaufgabe. Was die Liste leistet, ist die Vorarbeit: Sie kann niemanden vorschlagen, der die Qualifikation nicht hat, und sie zeigt den Urlaub, bevor er zum Problem wird.
Wie derselbe Dialog aussieht, wenn ein Standort die Auswahl einschränkt, steht auf Bevorzugtes Team am Beispiel Baukonzern.
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