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Kapazitätsansichten steuern

Struktur, Ansicht und Kennzahl sind drei Regler: Dieselben Daten beantworten damit drei verschiedene Fragen.

„Wo ist der Engpass?", „wer verursacht ihn?" und „was kostet er an Arbeitsvermögen?" sind drei Fragen an dieselben Daten. Man beantwortet sie nicht mit drei Auswertungen, sondern mit drei Reglern an einer Ansicht: Struktur, Ansicht und Kennzahl.

Vorgeführt am Portfolio „Musterwerk 2027" — fünf Projekte, 120 Personen, das Fenster November und Dezember 2026. Ausgangspunkt ist die Engpassfrage aus dem Kapazitätsabgleich: Montage, −45 Personentage.

Regler 1: eine Ebene tiefer
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Dieselbe Kapazitätsansicht, jetzt nach Rolle und darunter nach Projekt gegliedert: Unter Monteur/in mit −45 stehen aufgeklappt Produktvariante C mit 10 Personentagen ohne Unterdeckung und Kundenanlage K-450 mit 81 und −15 (7 %).

Bild 1 von 5 — Eine Ebene mehr, und aus der Feststellung wird eine Adresse. Die Struktur „Rolle, dann Projekt" behält den Engpass als Überschrift — die Zeile darüber meldet unverändert −45 — und zeigt darunter, welches Vorhaben wie viel davon bindet: Produktvariante C zehn Personentage und keine Lücke, die Kundenanlage K-450 dagegen 81 Personentage und −15. Das ist dasselbe Projekt, das im Kapazitätsabgleich allein betrachtet KEINE Unterdeckung hatte. Es ist nicht schuld — es ist nur der Ort, an dem der gemeinsame Engpass zuerst weh tut. Das ist die Ansicht für die Frage, die auf den Engpass folgt: Wer gibt nach?

Regler 2: eine andere Ansicht
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Auslastungsansicht Team, gegliedert nach Team und Projekt: vier Teams mit ihrer Auslastung — Konstruktion 94,6 Prozent, die beiden Fertigungshallen und Qualität/Logistik je 100.

Bild 2 von 5 — Dieselbe Zeit, andere Frage — und deshalb auch eine andere Ansicht. Die Kapazitätsansicht fragt, ob das Angebot reicht; die Auslastungsansicht fragt, wer wie ausgelastet ist. Nach Team und Projekt gegliedert steht nicht die Qualifikation im Vordergrund, sondern die Organisationseinheit — die Ebene, auf der jemand tatsächlich entscheidet, wer woran arbeitet. Sichtbar wird dabei noch etwas: Teams sind im Musterwerk nur an der Produktvariante C vergeben, deshalb steht unter jedem Team genau dieses Projekt. Die Spalten wechseln mit — Auslastung und Aufwand statt Unterdeckung, denn die rechnet allein die Kapazitätsansicht.

Regler 3: eine andere Kennzahl
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Dieselbe Rollenansicht in der Darstellung Vollzeitäquivalente: In den Personenzeilen steht 1,4 statt 1, und das Diagramm rechnet in derselben Einheit.

Bild 3 von 5 — Die dritte Stellschraube ist die Kennzahl. Dieselbe Struktur, dieselbe Zeit, dieselben Daten — aber statt eines Kopfes steht in jeder Personenzeile jetzt 1,4: das Vollzeitäquivalent, das diese Person im Zeitraum einbringt. Auch das Diagramm wechselt die Einheit. Das ist die Zahl, die in Budgetgespräche gehört: Sie sagt nicht „wie viele Leute", sondern „wie viel Arbeitsvermögen".

Regler 4: eine andere Frage
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Die drei Regler oben drehen alle an derselben Frage: Reicht das Angebot? Es gibt aber eine zweite, die keine Rollenansicht beantwortet — hat dieser Mensch zu viel auf dem Tisch? Dafür gibt es die Personalansicht, und sie zeigt Dinge, die in der Rollensicht unsichtbar bleiben.

Personalauslastung der Produktvariante C: In der markierten Zeile steht die Überlastung +32 (167 Prozent), und an vier Tagen stehen 16 statt acht Stunden.

Bild 4 von 5 — Acht Namen, ein Projekt, der Oktober 2026. In sieben Zeilen stehen ordentliche Achterwerte. In der markierten achten steht am 1. Oktober eine 8 — und am 2., 5., 6. und 7. Oktober je eine 16. Die Spalte rechts nennt den Befund beim Namen: Überlastung +32 (167 %). Sechzehn Stunden an einem Tag hat niemand; die Zahl sagt, dass hier zweimal derselbe Mensch verplant ist.

Der Grund steht nicht im Bild, ist aber schnell erzählt: Diese Person führt zwei Qualifikationen — sie ist als Leitung und als Konstruktion buchbar. Zwei Vorgänge haben sie über die eine und über die andere Rolle angefordert, in derselben Woche. Jede der beiden Buchungen ist für sich korrekt; erst der Mensch dahinter ist doppelt vergeben.

Regler 5: dieselbe Woche, nach Rollen gefragt
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Kapazitätsabgleich derselben Woche nach Rollen: In allen neun Rollenzeilen bleibt die Spalte Unterdeckung leer.

Bild 5 von 5 — Dieselben Tage, dieselben Daten, eine andere Frage — und ein unauffälliges Bild. Neun Rollen, und die Spalte Unterdeckung bleibt in jeder Zeile leer. Die markierte Rolle „Leitung – Abteilungsleiter/in" steht bei 100 Prozent Auslastung. Nach Rollen gefragt ist an dieser Woche nichts zu beanstanden: Jede Qualifikation hat genug Köpfe im Angebot.

Beide Bilder sind richtig, und sie widersprechen sich nicht. Die Rollenansicht fragt nach der Qualifikation — davon gibt es genug. Die Personalansicht fragt nach dem Menschen — und der kann nur einmal irgendwo sein. Wer nur die eine Ansicht kennt, übersieht die Hälfte der Konflikte.

Das ist auch die Antwort auf die Frage, mit der viele in ein Kapazitätsgespräch gehen: „Unterdeckung oder Überlastung?" Es sind zwei Größen und zwei Ansichten. Unterdeckung ist eine Aussage über eine Rolle — zu wenige Köpfe für die geforderte Menge. Überlastung ist eine Aussage über eine Person — zu viel für die eine, die es trifft.

Die drei Regler nebeneinander
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ReglerWerteBeantwortet
AnsichtRollen, Team, Personal, Material, Maschinen, KapazitätWorüber wird geredet?
Strukturz. B. [Rolle], [Rolle, Projekt], [Team, Projekt]Wer trägt bei?
Darstellungabsolut, relativ, Prozent, Maximum, Durchschnitt, FTEIn welcher Einheit?

Und quer dazu die Frage aus Bild 4 und 5: Rolle oder Mensch — das ist keine Einstellung an derselben Ansicht, sondern eine andere Ansicht.

Die zulässigen Kombinationen sind nicht beliebig: Die Kapazitätsansicht kennt neun Strukturen, alle beginnen bei der Rolle oder einer Projekteigenschaft; die Teamansicht kennt ihre eigenen neun. Rillsoft Project lehnt eine unzulässige Kombination ab, statt eine irreführende Auswertung zu zeigen.

Und noch ein Unterschied, den man leicht übersieht: Unterdeckung rechnet nur die Kapazitätsansicht. Die Auslastungsansichten zeigen Auslastung und Aufwand — sie beantworten, wie voll jemand ist, nicht, ob das Angebot reicht. Wer die falsche Ansicht wählt, bekommt eine richtige Antwort auf die falsche Frage.

Dass eine Person überlastet sein kann, während ihre Rolle unauffällig bleibt, hat einen Grund, der älter ist als jede Ansicht: Rolle und Person sind zwei Angaben. Was das heißt und warum es zwei Spalten braucht, steht branchenneutral unter Rolle oder Person.

Was die beiden Prozentdarstellungen genau gegeneinander rechnen — 100 gegen 33 bei derselben Belegung —, ist an zwei Rollen leichter zu sehen als an sieben: Prozentanteil je Rolle.

Wie Rillsoft Project Ressourcen auswertet, steht auf der Produktseite zur Kapazitätsplanung in der Rillsoft Cloud. Zurück zur Übersicht Mittelstand.

Häufige Fragen

Fragen zu den Kapazitätsansichten

Braucht man für drei Fragen drei Auswertungen?

Nein, drei Regler an einer Ansicht: Struktur, Ansicht und Kennzahl. „Wo ist der Engpass?", „wer verursacht ihn?" und „was kostet er an Arbeitsvermögen?" sind Fragen an dieselben Daten.

Welche Frage beantwortet keine Rollenansicht?

Ob ein einzelner Mensch zu viel auf dem Tisch hat. Die drei Regler drehen alle an derselben Frage — reicht das Angebot? Für die andere gibt es die Personalansicht.

Woran wird das vorgeführt?

Am Portfolio „Musterwerk 2027" mit fünf Projekten und 120 Personen im Fenster November und Dezember 2026. Ausgangspunkt ist die Engpassfrage aus dem Kapazitätsabgleich: Montage, −45 Personentage.