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Engpass je Qualifikation

Der Engpass ist nie das Projekt, sondern eine Qualifikation an bestimmten Tagen: vier Prüfer, an einzelnen Tagen wird einer mehr gebraucht.

„Wir haben zu wenig Leute" ist keine Aussage, mit der sich planen lässt. Die Aussage, die trägt, lautet: diese Qualifikation, an diesen Tagen, um so viel zu knapp. Genau in dieser Auflösung muss ein Engpass auf dem Bildschirm stehen — sonst lässt er sich nicht auflösen.

Im Produktionspaket ist es die Qualitätssicherung: vier Prüfer für ein ganzes Werk. Im Portfolio aller fünf Vorhaben reichen sie an 38 Tagen zwischen dem 12. Oktober und dem 23. März nicht. Der Linienbetrieb allein bleibt dabei im Rahmen — erst wo die Projekte auf ihn treffen, kippt es.

Die eine Zeile, die zählt
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Die Zeile Qualitätssicherung ist markiert und aufgeklappt: Aufwand 183, Unterdeckung −18 (10 %); darunter fünf Vorgänge und die vier Prüfer mit ihren Urlaubstagen, dazu das Ressourcendiagramm.

Bild 1 von 3 — Der Engpass ist nie „das Projekt", sondern eine Qualifikation an bestimmten Tagen. Aufgeklappt zeigt die Zeile, woraus die Bindung besteht — und das ist die eigentliche Nachricht: Zwei der fünf Vorgänge kommen aus dem Tagesgeschäft (serienbegleitende Prüfungen, 114 Personentage; Reklamationsbearbeitung, 57), drei aus laufenden Projekten. Jeder für sich ist harmlos. Erst zusammen reichen die vier Prüfer an einzelnen Tagen nicht: In den rosa Zellen des 12. und 13. Oktober stehen 3 gegen −1, und die Spalte Unterdeckung fasst das Jahr zu −18 (10 %) zusammen.

Kein Vorhaben hat den Fehler gemacht. Die drei Projektvorgänge binden zusammen zwölf Personentage, die beiden Daueraufträge 171 — jeder Beitrag ist für sich unauffällig. Die Lücke entsteht an den zwei Tagen, an denen zwei der vier Prüfer gleichzeitig im Urlaub sind; die U-Markierungen in den Personenzeilen darunter sind genau das. Deshalb liegt die grüne Kapazitätslinie an diesen Tagen unter dem blauen Bedarf.

An welchen Tagen
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Dieselbe Zeile, nur auf die vier Wochen vom 23. November bis 24. Dezember ausgewertet: Die Unterdeckung sinkt von −18 auf −15 — ihr Anteil am Bedarf steigt dabei von 10 auf 21 Prozent.

Bild 2 von 3 — Derselbe Engpass, enger ausgewertet — und die beiden Zahlen laufen auseinander. Das Bild darüber rechnet über das ganze Bindungsfenster und kommt auf −18, das sind 10 % des Bedarfs. Hier zählen nur die vier Wochen vom 23. November bis 24. Dezember: absolut bleiben −15 übrig, aber das sind 21 %. Die Tageszellen daneben zeigen weiterhin den Projektanfang — die Auswertung lässt sich einschränken, der Ausschnitt der Zeitachse folgt ihr in dieser Ansicht nicht.

Der Engpass ist kein Mittelwertartefakt — im Gegenteil. Wer nur die Jahreszahl liest, hält 10 % für verkraftbar. In den vier Wochen vor Weihnachten fehlt jeder fünfte Prüftag.

Der dritte Weg: mehr Kapazität
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Aus einem Engpass führen drei Wege: verschieben, streichen — oder die Kapazität erhöhen. Die ersten beiden verhandeln über den Plan; der dritte verhandelt über den Kalender.

Dieselbe Zeile nach dem Öffnen des Samstags: Die Samstagsspalten tragen jetzt Werte, und die Unterdeckung sinkt von −18 auf −14.

Bild 3 von 3 — Dasselbe Fenster, dieselbe Zeile, dieselben Spalten wie in Bild 1 — geändert ist nur der Kalender: Der Samstag ist ein Arbeitstag geworden. Man sieht es an den Spalten, die vorher leer waren: Am 10., 17., 24. und 31. Oktober stehen jetzt Werte, und im Diagramm darunter sind aus fünf Balken je Woche sechs geworden. Der Aufwand bleibt bei 183 — es kommt keine Arbeit dazu, nur Zeit, sie zu tun —, und die Unterdeckung fällt von −18 (10 %) auf −14 (8 %). Der 3. Oktober bleibt leer — er ist ein Feiertag.

Zwei Prozentpunkte für einen Samstag — das ist die ehrliche Bilanz, und sie ist kleiner, als man hofft. Der Grund steht im selben Bild: Der Aufwand bleibt bei 183 und verteilt sich nur auf sechs statt fünf Tage je Woche, also sinkt der Tagesbedarf ein wenig. An den Tagen, an denen die Lücke wirklich entsteht — dem 12. und 13. Oktober, als zwei von vier Prüfern im Urlaub waren —, hilft ein zusätzlicher Samstag gar nichts. Sie sind in Bild 3 immer noch rosa. Wer die Lücke wirklich schließen will, braucht mehr als einen sechsten Arbeitstag.

Und noch etwas zeigt das Bild: Der Pool des Werks führt einen Kalender. Ihn zu öffnen betrifft alle — vom Maschinenführer bis zur Arbeitsvorbereitung. Eine Zusatzschicht nur für die Engpassqualifikation wäre ein eigener Kalender und ein Umhängen der betroffenen Personen; das ist Stammdatenarbeit, keine Planungsentscheidung.

Warum die Auflösung entscheidet
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Ein Engpass, der als Monatszahl auftritt, lässt sich nur mit Einstellungen oder Verschieben des ganzen Projekts beantworten. Ein Engpass, der als Tagesreihe dasteht, lässt sich verhandeln: Ein Vorgang wandert um drei Tage, ein anderer teilt sich, eine Schicht wird getauscht.

Und der Engpass steht selten allein. Dasselbe Bild zeigt drei weitere Zeilen mit einer Lücke: Instandhaltung −27 (6 %), Prozessoptimierung −9 (15 %), Schichtleitung −3 (1 %). Keine davon ist dramatisch, und genau deshalb sind sie gefährlich — wer nur die schlimmste Zeile löst, indem er von den anderen borgt, verschiebt das Problem eine Zeile tiefer.

Was das für die Planung heißt
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Die Zahlen zählen Qualifikationskapazität, nicht Köpfe: Eine Person mit zwei Qualifikationen erscheint in beiden Zeilen und kann trotzdem nur einmal arbeiten. Deshalb ist die Kapazitätsansicht der Anfang der Analyse, nicht ihr Ende — sie zeigt, wo man hinschauen muss.

Woher die Bindung kommt, zeigt Grundlast und Restkapazität. Dass die Samstagsschicht am Kalender der Person hängt und nicht am Projekt — und dass eine Person mitten im Projekt in eine andere Schicht wechseln darf —, steht unter Schichtkalender.

Wie Rillsoft Project Engpässe sichtbar macht, steht auf der Produktseite zur Kapazitätsplanung in der Rillsoft Cloud. Zurück zur Übersicht Produktion.

Häufige Fragen

Fragen zum Engpass je Qualifikation

Warum reicht „wir haben zu wenig Leute“ nicht?

Weil sich damit nicht planen lässt. Die Aussage, die trägt, lautet: diese Qualifikation, an diesen Tagen, um so viel zu knapp. In dieser Auflösung lässt sich ein Engpass auflösen, sonst nicht.

Wo liegt der Engpass in diesem Werk?

Bei der Qualitätssicherung: vier Prüfer für ein ganzes Werk. Im Portfolio aller fünf Vorhaben reichen sie an 38 Tagen zwischen dem 12. Oktober und dem 23. März nicht. Der Linienbetrieb allein bleibt dabei im Rahmen — erst wo die Projekte auf ihn treffen, kippt es.

Welches Vorhaben ist schuld?

Keines. Die drei Projektvorgänge binden zusammen zwölf Personentage, die beiden Daueraufträge 171 — jeder Beitrag ist für sich unauffällig. Die Lücke entsteht an den zwei Tagen, an denen zwei der vier Prüfer gleichzeitig im Urlaub sind.